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Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? von Paul Gauguin



Der bemerkenswerteste Aspekt des Gemäldes ist, dass sich dasselbe Symbol des Vogels und der Eidechse, welches Gauguin erstmals in Vairumati darstellte, auch hier in der linken, unteren Bildhälfte wieder findet. Es schließt das Bild hier insofern ab, dass es sich als letztes Motiv nach der stark gealterten Tahitianerin wieder findet. Auf dieses Bild lässt sich einerseits der ozeanische Mythos beziehen, der die Sterblichkeit der Menschen in Abhängigkeit des Verbotes der Häutung behandelt. Zudem erinnert die gealterte Frau regelrecht an den Gauguin der 90er Jahre, einem psychisch und physisch leidenden Mann, der deprimiert auf den Tod wartete.

1898 schrieb Gauguin einige wenige Sätze bezüglich der Bildmotive seines Werkes Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?:

?Ein seltsamer, weißer Vogel, eine Eidechse zwischen den Krallen, symbolisiert die Nichtigkeit leerer Worte."

Diese Passage gibt weitgehend Aufschluss über die Intention des Vogels, es deutet auch auf Gauguins baldige zunehmend gleich-gültigere Einstellung hin. Der Begriff seltsam lässt einige Fragen offen, deren Antworten man wiederum woanders suchen muss. Unter Betrachtung von Gauguins Verfassung kann man eine Verbindung zwischen dem Symbol des Vogels und der Eidechse und einer Göttergestalt aus der indischen Mythologie ziehen. Man kann annehmen, dass Gauguin bei der Darstellung dieses Bildmotivs vom sagenhaften Garuda inspiriert war, ein den Menschen freundlich gesinntem Wesen, welches oftmals als Mensch mit Vogelkopf und Flügeln dargestellt wurde. Garuda, wie so viele andere Vögel auch, symbolisiert das Gute und ist somit den Menschen ein Freund. Was in besonderem Maße auffällt, ist, dass es heißt: Garuda bekämpfe Schlangen, die die Menschen daran hindern, auf eine höhere und nicht irdische Existenzebene, wie etwa den körperlichen, aber nicht spirituellen Tod, aufzusteigen. Dieser Mythos lässt sich hervorragend auf Gauguins letzte Lebensjahre beziehen. Es ist bekannt, dass der psychisch angeschlagene Künstler nach seinem fehlgeschlagenen Suizidversuch sein Schicksal auf gleichgültige Weise akzeptierte und deprimiert auf seinen Tod wartete. Wenn diese Theorie bezüglich der Symbolik des Motivs korrekt ist, dann sollte der Vogel in Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? und auch in Vairumati, ähnlich der biblischen Friedenstaube, ein Symbol der Hoffnung sein.

Web links
Quelle: Wikipedia.de
Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? von Paul Gauguin
Wooop-Lexikon: Vairumati von Paul Gauguin

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