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Vairumati von Paul Gauguin



Vairumati ist ein Gemälde mit den Maßen 73 x 94 cm, das Henri Eugene Paul Gauguin 1897 zur Zeit seines zweiten Tahiti-Aufenthalts mit Öl auf eine Leinwand malte. Es stellt eine eingeborene Inselbewohnerin, posierend auf einem prunkvollen Stuhl, dar.

Im Mittelpunkt des Bildes befindet sich ein reich verzierter und goldfarben anmutender Stuhl mit einer breiten Sitzfläche, der zusammen mit der darauf sitzenden Tahitianerin einen Großteil des Bildes ausmacht. Das liegt auch daran, dass sie sich nicht mittig auf dem Stuhl befindet, sondern sich, zur rechten Seite lehnend, auf ihm abstützt. Ihre Bekleidung besteht vermutlich einzig aus einem umgewickelten, grauen Tuch, das ihre in den rechten, unteren Bildrand ragenden Beine bloß geringfügig verdeckt. Wie in den meisten tahitianischen Werken Gauguins ist diese Figur mit freiem Oberkörper dargestellt.

Bei diesem Gemälde handelt es sich eher nicht um einen Sfumato, da sich Unschärfe durch verschwommen wirkende Übergänge zwischen den Bildbestandteilen auszeichnet. Alles, was im Bild Vairumati einem Sfumato nahe kommt, ist die nach hinten zunehmend geringere Detaildichte, die besonders bei einem Vergleich zwischen den hinteren Büschen und dem Stuhl auffällt. Während die Vegetation lediglich durch viele, einfache Pinselstriche dargestellt ist, weist das Muster des Polsters und die Gravuren in der Lehne des Stuhls einen höheren Detailreichtum auf.

Das Bild ist nach einer Inselbewohnerin aus der ozeanischen Mythologie benannt, die dem Kriegsgott Oro, als dieser die Insel besuchte, als Geschenk gemacht wurde.

Unter Betrachtung der Vergangenheit Tahitis kann man eine Parallele ziehen, die womöglich Aufschluss über Gauguins Aussage gibt. Als im Jahre 1767 die ersten Kolonisten unter dem englischen Offizier und Kapitän Samuel Wallis nach Tahiti kamen, bot sich den Schiffsbesatzungen ein regelrecht ?paradiesisch[er]" (Calmels, 1994, S.89) Eindruck der gänzlich uneuropäischen Lebensweise des Inselvolkes. Vor allem die sexuelle Freizügigkeit der Tahitianerinnen begeisterte die überwiegend männlichen Kolonisten. Dieses überraschend offenherzige Verhalten, das das tahitianische Volk pflegte, kann damit in Verbindung gesetzt werden, dass die mit gewaltigen Schiffen die Insel erreichenden Europäer, an den mythologischen Oro anlehnend, gottgleich gestellt wurden. Somit stünde die Vairumati in Gauguin?s Gemälde symbolisch für das ausgenutzte, weibliche Volk Tahitis. Es ist auch bekannt, dass Gauguin starke Kritik an der rücksichtslosen Vorgehensweise der Kolonisten übte.

Web links
Quelle: Wikipedia.de
Bilder von Paul Gauguin
Vairumati von Paul Gauguin

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