Das Urteil des Salomon ist der Titel eines Gemäldes von Nicolas Poussin, das dieser 1649 vollendet hat und das von ihm selbst als ein Meisterwerk angesehen wurde. Das Bild ist die Fassung eines biblischen Themas, das in der abendländischen Kunst und Literatur mehrmals behandelt worden ist. Das Urteil des Salomon diente bei der Ausstattung von profanen Bauten als Exemplum für die Herrschertugenden Gerechtigkeit und Weisheit. Im Zug dieser Bildrhetorik malte Raffael in den Deckenfresken der Stanzen das Urteil des Salomon zwischen die allegorischen Figuren von Justitia und Philosophie, d.h. zwischen Gerechtigkeit und Weisheit. Auch in der Komposition dieses Bildes ist Poussin, wie bei vielen seiner Historienbilder, dem Beispiel Raffaels gefolgt.
Thema des Bildes ist der Streit zweier Frauen um ein Kind, das beide als das ihre beanspruchen. Eine der beiden versucht, ihre eigenes im Schlaf erdrücktes Kind der anderen unterzuschieben und sich deren Kind anzueignen. Die beiden Frauen rufen König Salomon als Richter an, der den Streit mit einem Urteil schlichtet, das als salomonisches Urteil zu einem geflügelten Wort besonders in Rechtsfällen geworden ist. Poussins Bild erfasst den Augenblick der Handlung, der nach den Regeln der griechischen Tragödie im Zuschauer die Katharsis auslöst, indem in ihm Furcht und Mitleid erweckt wird.
Gemalt wurde das Bild für Poussins Pariser Mäzen, den Bankier Jean Pointel. Nach der Auflösung von Pointels Sammlung gelangte es in die Gemäldesammlung Ludwigs XIV. Zu dem Bild existieren im Louvre vorbereitende Skizzen, darunter die oben abgebildete Zeichnung, in der Poussin die Komposition des Bildes festgelegt hat. In verschiedenen wesentlichen Details weicht die endgültige Ausführung als Ölgemälde von dieser Zeichnung ab.
Poussin bedient sich in der Komposition des Bildes der Ikonographie des Jüngsten Gerichts, ein Thema, das in der abendländischen Kunst seit der Spätantike in unzähligen Variationen ausgeführt worden ist, und an das sich der zeitgenössische Betrachter des Bildes erinnert haben dürfte. Wie der in herrscherliches Rot gekleidete Weltenrichter auf Memlings Bild, dessen Kopf eine Lichtaura umstrahlt, richtet Solomon über Gut und Böse, über die Geretteten und die Verdammten.
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Quelle: Wikipedia.de
Bilder von Nicolas Poussin
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