Das Motiv des 97 × 64 cm großen Gemäldes ist ein kopfüber an einer Bretterwand hängender Uhu. Zwischen den Füßen des toten Tieres ist ein Nagel erkennbar, an dem sich die zusammengeknoteten Enden eines kleinen Strickes befinden. Mit diesem Strick wurden vermutlich die Beine zusammengebunden und das Tier an den Nagel gehängt. Die nach unten hängende Jagdtrophäe ist nach links gedreht, sodass der Bildbetrachter fast ausschließlich die rechte Seite des Tieres sieht. So ist nur das rechte Auge des Uhus erkennbar und der rechte Flügel verdeckt weitestgehend den linken. Obwohl Manets Darstellung der Jagdtrophäe in diesem Gemälde ?extrem malerisch-«impressionistisch» ist, zeigt er deutlich die unterschiedliche Befiederung der einzelnen Körperpartien. So setzt sich die Befiederung des Kopfes, des Rumpfes, der Beine und der Schwingen durch Form, Farbe, Muster und Pinselstrich jeweils voneinander ab.
Manets Stillleben wurden ? anders als seine häufig umstrittenen Figurenkompositionen ? bereits zu seinen Lebzeiten hoch geschätzt. So erwarb der Kunstkritiker Ernest Chesenau bereits 1863 ein Blumenstillleben des Künstlers, obwohl er im selben Jahr Manets Das Frühstück im Grünen in einem Artikel verriss. Odilon Redon riet 1868 in der Zeitung La Gironde dem Maler gar, sich ganz auf die Stilllebenmalerei zu beschränken. Von den 430 Gemälden Manets im Werkverzeichnis von Rouart/Wildenstein zählen mehr als achtzig Bilder zur Stilllebenmalerei. Dieses Fünftel des Gesamtwerkes entstand während Manets gesamter Laufbahn als Maler. Zudem fügte er Figurenkompositionen und Porträts Stillleben bei. Bekannte Beispiele hierfür sind Manets Hauptwerke Der spanische Sänger, Das Frühstück im Grünen, Das Frühstück im Atelier, Porträt des Théodor Duret oder Bar in den Folies-Bergère.
Bei den eigentlichen Stillleben konzentrierte sich Manet in den 1860er Jahren zunächst auf die Darstellung von unterschiedlichen Arten von Obst oder Fisch, welche er nach Vorbild niederländischer Maler des 17. Jahrhunderts auf einem Tisch arrangierte. Ebenfalls aus den 1860er Jahren stammen einige Blumenstillleben, die ausschließlich Pfingstrosen zeigen. Diese befinden sich entweder in einer Vase oder, als einzelne Zweige drapiert, ebenfalls auf einem Tisch. Neben einem Stillleben mit Sombrero und Gitarre fällt aus diesem Muster das weiter oben beschriebene Stillleben mit Kaninchen nach dem Vorbild von Chardin heraus.
Neben einigen wenigen Stillleben, die auf das Jahr 1876 datiert sind und die bereits genannten Motive der 1860er Jahre wiederholen, wandte sich Manet verstärkt erst wieder 1880 der Stilllebenmalerei zu. Neben den bekannten Gemälden Der Schinken und Das Spargelbündel entstanden zunächst einige Bilder mit Obstmotiven, bevor sich Manet in seinem letzten Lebensjahr zunehmend auf Blumenstillleben spezialisierte. Neben dem Stillleben mit Kaninchen aus dem Jahr 1866 stellen die beiden 1881 in Versailles entstandenen Jagdstillleben Toter Uhu und Der Hase somit in Manets Gesamtwerk eine Ausnahme dar.
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Quelle: Wikipedia.de
Bilder von Édouard Manet
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