Das 82,5 × 65 cm große Gemälde zeigt ein Brustbildnis des Malers Rembrandt van Rijn im Halbprofil vor einem dunkeln Hintergrund. In den nicht dargestellten Händen hält er einen nur vage erkennbaren Malstock, am linken Bildrand ist zudem ein Ausschnitt eines Porträts oder einer Statue erkennbar. Der alte Mann im Vordergrund ist als einziges Objekt des Bildes stark ausgeleuchtet, vor allem das Gesicht und dort die Stirn ist stark erleuchtet. Er ist lachend mit halbgeöffnetem Mund und hochgezogenen Augenbrauen dargestellt. Der Dargestellte trägt eine Mütze auf dem Kopf sowie einen goldenen Schal über die Schultern. Den Hals ziert eine Kette mit einem großen, wertvoll erscheinenden Anhänger, zudem lässt ein Lichtblitz am linken Ohrläppchen auf einen goldenen Ohrstecker schliessen. Die Haltung des Mannes ist leicht nach vorn gebückt und seine Blickrichtung ist auf den Betrachter des Bildes gerichtet. Früher wurde das Gemälde als Selbstbildnis als Demokrit angesehen, der lachend dem weinenden Heraklit gegenübersteht. Dieses Sujet sollte das Lachen und Weinen als die beiden konträren Reaktionen auf die chaotische Welt darstellen. Eine weitere Interpretation sieht in der Gestalt am Rand eine Herme des Gottes Terminus, der als Gott der Grenzsteine auch den Tod symbolisierte und in dieser Form in den Schriften des Erasmus von Rotterdam aufgegriffen wird. Entsprechend sollte das Porträt ein Memento mori, eine Art von Todesreflexion, darstellen; zugleich nahm man an, dass das Bild in Rembrandts Todesjahr 1669 entstanden sein sollte. Rembrandt van Rijn hat während seines Lebens etwa 90 Selbstporträts gemalt, beginnend von Darstellung im jugendlichen Alter bis hin zu verschiedenen Altersporträts. Das Selbstbildnis als Zeuxis ist eines der letzten Selbstporträts, vielleicht das älteste, und entstand nur sechs Jahre vor seinem Tod 1669 im Alter von etwa 57 Jahren. Bis heute gilt es als sein rätselhaftestes Porträt, da es sich von allen anderen und insbesondere seinen anderen Altersporträts sehr stark unterscheidet. Eine Einordnung in das Werk ist entsprechend schwierig und kann wahrscheinlich nur über die Betrachtung der Biographie Rembrandts verstanden werden.
Rembrandt war in seinen Selbstbildnissen grundsätzlich bemüht, seine Person in dem sehr positiven Licht des erfolgreichen Künstlers darzustellen. So entstanden regelmäßig Brustporträts, auf denen Rembrandt stolz und mit wertvollen Gewändern und Assecoires bestückt zu erkennen ist. Seine erste Lebenshälfte ist durch einen starken sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg geprägt, innerhalb weniger Jahre wurde er zu einem der populärsten Maler des Goldenen Zeitalters der Niederlande. Ab 1638 endete dieser Aufstieg jedoch durch eine Reihe von persönlichen Schicksalen, indem nacheinander innerhalb weniger Jahre seine Tochter Cornelia (1638), seine Mutter und eine weitere Tochter (1640), die Schwester seiner Frau Titia (1641) und seine Frau Saskia selbst (1642) starben. 1656 folgte der wirtschaftliche Konkurs, obwohl er in den Folgejahren noch einige Bilder malte. Mit diesem Hintergrund könnte man die Wahl des Zeuxisbildes tatsächlich als Selbstironie betrachten ? als Selbstreflexion eines Malers, der wenige Jahre vor seinem Tod seine eigene Überheblichkeit und Sterblichkeit erkannt hat.
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Quelle
Bilder von Rembrandt
Selbstbildnis als Zeuxis von Rembrandt van Rijn
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