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Kunstdrucke Poster nach Kuenstler
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Der Heuwagen von Hieronymus Bosch



Wie für Triptychen typisch, lässt sich auch ?Der Heuwagen? mittels der Seitenflügel zuklappen. Auf der Frontseite (Außenflügel) erscheint zentral ein melancholisch schauender älterer/alter Mann, gebeugt von der Last einer Kiepe, der mit seinem Wanderstab einen zähnefletschenden kleinen Hund abwehrt. Kiepe und Wanderstab (letzteres auch Attribut der Pilger) identifizieren den Mann eindeutig als wandernden Händler, Krämer, Hausierer (den Unbehausten). Das weiße Haar signalisiert, dass er seine Tätigkeit schon lange, vielleicht ein Leben lang ausgeübt hat und dass der Tod nicht mehr weit ist. Das große Loch in der Hose am Knie zeigt, dass er es bestimmt nicht zu (irdischen) Reichtümern gebracht hat. Er trägt seine kleine Ware mit sich auf dem Rücken, das ist alles, zu was er es in seinem nicht mehr langen Leben gebracht hat. Der Zwang, den kargen Lebensunterhalt als ewig wandernder Händler verdienen zu müssen, hat zur Folge, dass er weder einen festen Wohnsitz noch wahrscheinlich eine Familie hat. Im Sozialprestige steht er ganz unten: Hier eine 15 Jahre nach Boschs Tod auf niederländisch erlassene Verordnung Kaiser Karls V. von 1531 gegen alles ?Pack?, das ?dem Gemeinwohl äußerst schädlich? ist (der Kaiser hatte in der Regel nur in den Reichstädten etwas zu sagen, das offene Land war weitgehend rechtsfreier Raum):

?Hausierer, Flickschuster, Kesselflicker, Kupferhämmerer, Quacksalber, jene, die Streichhölzer, Rattengift und Salben verkaufen und anderes Zeug dieser Art, die nichts anderes tun als im Land herumzuziehen als Schwindler, Wegelagerer, Diebe und Übeltäter.?
Kaiser Karl nennt den Hausierer an erster Stelle. Kesselflicker und Kupferhämmerer waren damals typische Zigeunerberufe ? die Bettler werden nicht genannt, weil eine weitgehend städtische Erscheinung: In der christlichen Weltordnung hatten sie lange ihren festen Platz, weil nur an ihnen der christliche Reiche seine geforderte Mildtätigkeit (caritas) beweisen konnte. Der Hausierer steht also sozial ganz am Rande, wenn nicht sogar außerhalb der damaligen Gesellschaft. Die Abneigung der städtischen Gesellschaft war außerordentlich, da die Kaufmannszünfte in ihnen unerwünschte Konkurrenz sah.

Wichtig in alten Gemälden ist immer die Blickrichtung gemalter Figuren: was sehen sie, was sehen sie nicht. Der Hausierer ist mit der Abwehr des Hundes beschäftigt, direkt daneben Knochen (Tod, Vergänglickeit, memento mori) eines Pferdes oder Esels, zwei Dohlen oder Krähen (Aasfresser ? grundsätzlich gilt für die damalige nichtitalienische und nicht süddeutsche Malerei der Satz des Kirchenvaters Augustinus: ?Aves sunt daemones?, also teuflischen Ursprungs, auch und gerade bei Bosch. Vögel auch in dem trüben Gewässer unter dem schon halb zerbrochenen Steg, auf den der Wanderer, halb rückwärts gewandt, zuläuft. Wird er hineinstürzen wie Pieter Brueghels ?Blinde?? Hund und Steg also als gegenwärtige und kommende Gefahr. Und was tut sich in seinem Rücken? Ist er an dem infamen Raubüberfall von drei Wegelagerern und Dieben schon teilnahmslos vorbeigelaufen oder hat er ihn einfach nicht bemerkt? Der Kerl mit der roten gebogenen Hahnenschwanzfeder, der einen offenbar wohlhabenderen, bereits um wesentliche Kleiderstücke beraubten Mann an den Baum fesselt, trägt ein klassisches Teufelssymbol am Hut. Mehr in der Bildmitte dagegen, sicher nicht ohne Absicht von Bosch in der Ferne genau über dem Kopf des Hausierers platziert, ein Galgen samt Menschenauflauf für eine bevorstehende Hinrichtung: Verbrechen und irdische Gerichtsbarkeit sind hier bildnerisch miteinander verbunden, der Hausierer sieht beide nicht. Dann die letzte Szene im Rücken des Hausierers: ein Paar, das zur Musik eines Dudelsackbläsers tanzt. Was sie machen werden, wenn der Tanz aufhört, ist klar. Das ganze ist keine niedliche Pastorale und Schäferidylle wie in der Rokokomalerei. Musik und Tanz waren damals außerhalb des kirchlichen Bereichs noch streng verpönt, im kirchlichen Bereich nur sehr eingeschränkt möglich. Was das Pärchen hier tut und treibt, ist nicht anderes als Vorbereitungen zur ?Unzucht? (luxuria) zu treffen. Ein letztes zum ?Hausierer?: Wichtig ist, dass der Mann seinen Weg geht, und zwar von rechts nach links, was Bedeutung für die Interpretation der Innenseite des Triptychons hat. Der Weg eines alten, armen Menschen, der nicht zur städtischen Gesellschaft eines Bosch gehört und auch nie in den Kirchen zu finden ist, führt durch eine Welt des Verbrechens, der Sühne und des Lasters. Die Innenansicht des "Heuwagen-Triptychons" bietet den Blick auf den ?Garten Eden? (linker Innenflügel), den ?Heuwagen? (Mittelteil) und die ?Hölle? (rechter Innenflügel).

Web links
Quelle: Wikipedia.de
Poster, Kunstdrucke und Gemälde-Repliken von Hieronymus Bosch
Gemälde-Ansicht: "Der Heuwagen" von Hieronymus Bosch

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