Die Anatomie des Dr. Tulp ist ein Gemälde des niederländischen Malers Rembrandt. Das 1632 fertig gestellte Werk mit den Maßen 2,17 x 1,63 Meter hängt heute im Mauritshuis in Den Haag. Zwei Personen auf diesem Gemälde sind namentlich bekannt: Der eine ist der Arzt Dr. Nicolaes Tulp, der den anwesenden Zuschauern die Skelettmuskulatur erklärt. Der andere ist der Tote: Adriaan Adriaanszoon war ein gewalttätiger Straßenräuber, er wurde wegen seiner Verbrechen gehängt. Anatomie-Vorführungen waren im 17. Jahrhundert ein gesellschaftliches Ereignis: Sie fanden in hörsaalähnlichen sogenannten anatomischen Theatern statt; das Publikum, oft Zunftkollegen, Studenten und Honoratioren, musste Eintritt bezahlen. Mit dem eingenommenen Geld wurden die an der Schaustellung beteiligten Personen entgolten. Die abgebildeten Zuschauer sind dem gesellschaftlichen Anlass entsprechend feierlich gekleidet, es sind aller Wahrscheinlichkeit nach Standeskollegen von Dr. Tulp. Dass er im Rang höher steht, zeigt sich darin, dass er im Saal den Hut aufbehalten hat. Bei der Person links im Bild sowie der, die im Hintergrund über allen anderen Zuschauern steht, wird angenommen, dass diese Figuren erst nachträglich in das Bild eingefügt worden sind. Eine Person fehlt ganz: Der Präparator. Dr. Tulp war ein Mann der Wissenschaft, nicht des alltäglichen Geschäfts, darin wurde im 17. Jahrhundert fein unterschieden. Die Wissenschaft erklärte, das blutige Handwerk mussten andere verrichten. Folgerichtig gibt es in diesem Bild auch keine Schneideinstrumente, stattdessen schließt es im rechten unteren Rand mit einem gewaltigen Buch ab, es wird ein Lehrbuch der Anatomie sein. Interessant an dem Gemälde ist ein Fehler: Der angehobende Muskel (Musculus flexor digitorum superficialis) müsste eigentlich auf der Innenseite des Ellenboges liegen (er setzt hier im Gemälde außen an, müsste aber laut der Nomenklatur (Anatomie) auf der Innenseite seinen Ursprung haben.) Rembrandt war erst 25 Jahre alt, als er das Bild malte. Doch schon in diesem, nämlich bei der Person des Toten, zeigt sich eine Besonderheit, die Rembrandt in späteren Jahren immer öfter praktizierte: Das Abschatten von Gesichtern, die Andeutung der ombra mortis.
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Quelle: Wikipedia.de
Poster, Kunstdrucke und Gemälde-Repliken von Rembrandt Harmensz van Rijn
Gemäldeansicht: "Die Anatomie des Dr. Tulp" von Rembrandt Harmensz van Rijn
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