Zeitgenössische Kunst und ähnliche Sammelbegriffe scheinen, oberflächlich genommen, die Menge der in der Gegenwart von Zeitgenossen hergestellten Kunstwerke zu meinen.
"Zeitgenössische Kunst" ist auch ein Etikett für ein schwer abgrenzbares kulturelles und ökonomisches System der Kunstproduktion, das sich teilweise mit dem Kunstbetrieb überschneidet und teilweise am Kunstmarkt orientiert.
Ausdrücke wie "Kunst der Gegenwart" oder "Gegenwartskunst" verweisen jedoch, wie "Zeitgenössische Kunst", auch auf einen philosophischen Aspekt: Die Kunst selbst als Genosse einer bestimmten Zeit: Wenn sich Kunst treffend zur komplexen Gegenwart verhält, also im besten Sinne gegenwärtig ist, fängt sie das direkt nicht Mitteilbare "zeitlos" ein. Es wird interpretierbar und seine potentielle Bedeutung kann sich in der Zukunft entfalten und wirksam werden. Dieser Vorgang wird oft erst deutlich und beschreibbar, wenn die künstlerisch vorweggenommene Zukunft zur Vergangenheit geworden ist.
Künstler sind oft daran interessiert, mit ihrer Arbeit auf diese Art den Nerv der Zeit zu treffen. Kunstkenner, Kunstkritiker und das kunstinteressierte Publikum suchen nach solcher Kunst. Da sich in einer offenen und global vernetzten Gesellschaft die möglichen Zukünfte entwickeln statt vorherbestimmt zu werden, kann es keine vorherbestimmbare oder vorhersagbare Richtung und keine sicheren Erkennungszeichen dafür geben. Seit dem Beginn der Postmoderne hat daher der Begriff "Avantgarde" als "künstlerische Vorhut" oder als "künstlerische Vorreiter" seinen Sinn verloren.
Web links
Quellennachweis: wikipedia.de
berlin biennial for contemporary art
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